Enttäuschung über strukturelles Versagen beim Thema Kindeswohl
Die Idee hinter dem Netzwerk im Kinder- und Jugendzirkusbereich ist eigentlich sehr gut – pädagogische Arbeit, kreative Entwicklung und das Wohl junger Menschen stehen offiziell im Fokus. Umso erschreckender ist es, dass über viele Jahre hinweg Hinweise auf problematisches Verhalten innerhalb des Vorstandes offenbar ignoriert oder relativiert wurden.
Obwohl mehrfach und über längere Zeiträume hinweg interne Grenzüberschreitungen thematisiert wurden, blieb eine transparente Aufarbeitung aus. Die betroffene Person hatte weiterhin Leitungsfunktionen inne und wurde mehrfach wiedergewählt – trotz bekannter Vorwürfe. Das wirft für mich ein beunruhigendes Licht auf die internen Strukturen und die tatsächliche Umsetzung eigener Leitlinien.
Workshops zum Thema (sexualisierte) Gewalt und Kinderschutz sind zweifellos wichtig und notwendig – aber sie verlieren an Glaubwürdigkeit, wenn im eigenen Haus nicht entsprechend gehandelt wird. Besonders enttäuschend ist, dass es bis heute keine klare Distanzierung oder kritische Aufarbeitung gab.
Ich hoffe sehr, dass mit personellen Veränderungen auch strukturelle Reformen einhergehen. Vertrauen entsteht jedoch nicht durch Schweigen, sondern durch Offenheit und konsequentes Handeln – gerade wenn es um den Schutz von Kindern geht.








