Fragwürdiger Umgang mit Kunden
Während der Glamour-Shopping-Week bestellte ich zum ersten Mal bei mint&berry. Die Artikel wurden schnell zu mir geliefert und die Artikel schienen – bis auf eine Ausnahme – auch qualitativ hochwertig.
Bei dieser Ausnahme handelte es sich um ein paar Schuhe, das ich in rosa und in schwarz bestellt hatte. Das rosafarbene Exemplar war tadellos, beim schwarzen Exemplar hingegen war die Sohle unten schon etwas abgerieben, als wäre jemand damit gelaufen; zudem gab es kleinere Mängel (beispielsweise war der mint&berry-Schriftzug innen schief gedruckt). Ich probierte die Schuhe trotzdem an, da mich diese kleineren Mängel bei einem Kauf nicht sonderlich gestört hätten; die Sohle sieht bei Schuhen ja eh relativ schnell benutzt aus.
Jedoch passten die Schuhe nicht, sodass ich sie mit einigen anderen nicht passenden Artikeln retournierte. Nach einer Weile erhielt ich eine Mail, laut der die Schuhe nicht retourniert werden könnten. Einige Minuten darauf erhielt ich eine weitere Mail, in der man mir unterstellte, die Schuhe getragen zu haben; ich müsse sie nun kaufen und sie seien bereits erneut an mich verschickt. Ich antwortete, dass ich die Schuhe schon in diesem Zustand erhalten hätte und deshalb nicht dafür zahlen würde (zumal ich ja nichts mit Schuhen anfangen kann, die mir nicht passen).
mint&berry antwortete mir, dass die Artikel streng kontrolliert würden (anscheinend nicht streng genug, sonst hätte mir die Schuhe gar nicht erst geschickt) und dass ich als Retourengrund “defekter Artikel” hätte angeben müssen. Das empfand ich als hochgradig lächerlich, da die Schuhe zum einen nicht defekt waren (“defekt” hieße für mich, dass der Artikel so kaputt ist, dass er seinem eigentlichen Zwecke nicht mehr nachkommen kann, was nicht der Fall war) und zum anderen, dass man mir vorwarf, das falsche Kästchen auf dem Retourenschein angekreuzt zu haben. Diese Angaben sind meines Wissens freiwillig, sodass es mir recht kleinkariert vorkam, es mir als Fehler anzukreiden.
mint&berry gab nun vor, mit ihrer Rechtsabteilung gesprochen zu haben (was nicht stimmen kann, da mir Dinge gesagt wurden, die offensichtlich nicht dem deutschen Recht entsprachen) und dass ich die Schuhe zu bezahlen habe. Auch Auszüge ihrer eigenen AGB, die besagt, dass man innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen den Kaufvertrag wiederrufen darf, konnten sie nicht überzeugen. Stattdessen beriefen sie sich darauf, sich immer um größtmögliche Kulanz bemühen würden.
Nach einem über drei Wochen andauernden Schriftwechsel gelang es mint&berry dann doch, die Rechtsabteilung zu kontaktieren und ich erhielt endlich mein Geld zurückerhielt – nicht ohne Erinnerung daran, wie kulant man sich mir gegenüber verhalte.
Ich werde dort also nie wieder bestellen – was ich als äußerst schade empfinde, da ich die Artikel dieser Marke eigentlich als schön und hochwertig empfinde. Ich habe aber mittlerweile online gesehen, dass der Mutterkonzern Zalando anscheinend ähnlich verfährt und Kunden unterstellt, Artikel getragen zu haben. Kunden gewinnt man so jedenfalls nicht.
14. Juli 2017
Bewertung ohne vorherige Einladung