Reinfall: Kölner Lichter mit der „Germania“ der Reeser Personenschifffahrt
Sie werben für „unvergessliche Schifffahrten auf dem Rhein“. Die hatten wir !
Nach Öffnung des Zugangssteges zum Schiff überließ man den Weg über den Steg ins Schiff einer drängelnden Horde anstatt schon am Beginn des Steges kanalisierend einzuwirken. Auf dem Schiff selbst traf man auf ein unbestuhltes Außendeck und durfte sich an einer dafür viel zu engen Ausgabestelle einen Stuhl holen und zu irgendeinem Stellplatz auf dem Deck tragen. Bald war das Deck kreuz und quer vollgestellt, ohne irgendwelche Durchgänge oder gar denkbare Fluchtwege durch dieses Stuhlchaos. Währenddessen sorgte ein selbstverliebt wirkender „DJ“ mit überlautem Geplärre aus den Musikboxen für Stimmung. Weder Genre noch Lautstärke paßten zur Situation oder diesem Publikum.
Kurz nach Abfahrt und nachdem sich alle irgendwie an ihrem Platz etabliert hatten gab es eine Durchsage, daß jetzt vor dem DJ-Pult die Stühle weg müßten da das die Tanzfläche sei. Dem folgte ein großes Geräume und die Entstehung von dichgedrängten Stehplätzen für die, die eigentlich sitzen wollten und dafür ja auch Stühle rumgeschleppt hatten.
Für Getränke und Imbiß mußte man erstmal eine Verzehrkarte erwerben deren Stückelungen nicht so recht zum Preisgefüge paßten, Überzahlung also schon vorprogrammiert bei sowieso dreister Preisgestaltung. Wir konnten Wasser in der Plastikflasche erwerben für 6 Euro je Liter (bei Aldi kostet sowas 0,19 Euro). Mit den Preisen anderer Getränke wollte man sich da schon gar nicht mehr beschäftigen. Majo für 1 Euro waren zwei Tütchen deren Menge zusammen in etwa auf einen Teelöffel paßt usw. Selbstverständlich alles in Selbstbedienung und über zwei Treppenaufgänge heranzuschaffen.
Im weiteren Verlaufe des Abends lief Personal mit einer Sammelbox über das Deck um aktiv und aufdringlich „Trinkgeld“ einzuwerben. Uns drängte sich die Frage auf, wo das bei Selbstbedienung bis hin zum eigenen Stühleschleppen verdient worden sein könnte.
Schließlich hatten wir das Glück wohl das Schiff mit der schlechtesten Sicht auf das Feuerwerk erwischt zu haben. Feuerwerk auf dem Wasser konnten wir gar nicht sehen, Feuerwerk in geringer Höhe nur erahnen und Feuerwerk in der Höhe nur an halb verdeckenden Schiffsaufbauten vorbei.
Das „Vergnügen“ hat für zwei Personen über 300 Euro gekostet und erscheint, wohlwissend, daß es woanders noch unverschämter ist, nicht wiederholungs- oder gar empfehlungsbedürftig.
