Tolle Tour, Guide jedoch speziell.
Die Tour an sich hat allen in der Gruppe wirklich gut gefallen. Es werden Orte besucht, die man ohne Guide beim ersten Mal gar nicht entdecken würde oder bei denen man zögern würde, sich durchzuzwängen. Adrenalin ist definitiv garantiert, wenn man in den schmalen Höhlengängen steckt. Es wird eng, dunkel, dreckig und man kann unterirdisch sogar etwas bouldern – absolut top. Auch der kurze historische Einstieg zu den Felsen zu Beginn war sehr interessant 👍🏼. Für die reine Tour gäbe es 5 Sterne.
Deutlichen Abzug gibt es jedoch für das Guiding:
Mit dem Guide sind wir leider überhaupt nicht warm geworden. Das fing damit an, dass er 30 Minuten zu spät kam mit der Begründung, samstags sei wegen der vielen Touristen alles voll. Als Guide sollte man das eigentlich wissen und einplanen – wir haben es als Gruppe mit drei Autos schließlich auch pünktlich geschafft. Eine Entschuldigung gab es nicht.
Einige Teilnehmer waren im Klettern nicht geübt und hätten Unterstützung oder ein Gefühl von Sicherheit gebraucht. Stattdessen fielen Sprüche wie: „Stell dich nicht so an, warum bist du als schwacher Kletterer eigentlich nicht hinten?“ Nach einer kurzen Einweisung vor der Höhle wäre das klar gewesen, aber woher sollten wir das vorher wissen? Ein Gruppenmitglied hatte danach verständlicherweise keine Lust mehr auf eine weitere Höhle.
Beim anschließenden Outdoor-Klettern wurde ein absoluter Neuling, der an seiner Leistungsgrenze war, mit den Worten angegangen: „Was machst du denn hier, so fällst du noch runter!“ Von einem Coach erwarte ich hier Empathie und beruhigende Worte („Ganz ruhig, du schaffst das, ich sichere dich“).
Auch die Ausrüstung des Guides ließ zu wünschen übrig. Seine Stirnlampe war nach der ersten Höhle fast leer, sodass er sich das Licht eines Teilnehmers „borgen“ musste („Du hast eine gute Lampe, komm mal vor zu mir“).
Zudem sollten Helme bei so einer Tour Standard sein. Wer keinen eigenen hatte, ging laut Guide eben ohne in die Höhle. Prompt stieß er sich selbst mindestens zweimal den Kopf. Andere Gruppen schüttelten darüber nur den Kopf und nannten es verantwortungslos. Bei dem Tourpreis sollte ein Satz Leihhelme inklusive Lampen im Auto eigentlich selbstverständlich sein.
Hinzu kam, dass er anderen Gruppen gegenüber sichtlich ungeduldig war, sich selbst aber permanent mit Dritten verquatschte, während wir warten mussten. Man hatte zeitweise das Gefühl, dass er den Job nicht gerne macht.
Der absolute Tiefpunkt war jedoch beim Abstieg: Ein älterer, gehbehinderter Mann stand ungünstig auf dem Weg. Der Guide fing ein Streitgespräch an und kommentierte das später uns gegenüber mit: „Früher hätte ich ihn weggetreten.“ Danach war die Stimmung in der gesamten Gruppe im Keller. Solche Aussagen gehen gar nicht. Auch Witze auf Kosten der Teilnehmer werden nicht besser, je öfter man sie wiederholt.
Fazit: Die Tour selbst war spannend, alle sind heil zurück und stolz auf das Erreichte. Der Guide sollte jedoch dringend seine Ausrüstung überdenken und an seiner Zwischenmenschlichkeit sowie Professionalität arbeiten.
Nachtrag: Meine Google Bewertung wurde wegen "Diffamierung" gemeldet. Betreiber geht somit gegen nicht 5 Sterne Bewertungen vor. Google hat nach Nachweisen meine Bewertung glücklicherweise wieder aktiviert.






