Kundenbindung durch Sollbruchstellen
Unter Kundenbindung versteht die Fa. Conrad Fahrräder in Berlin nach meiner Erfahrung, bei jedem Zusammenbau, Inspektion oder Reparatur eines Fahrrades mindestens eine Sollbruchstelle einzubauen.
Ich habe mir von der Fa. Conrad ein NEUES Fahrrad zusammenbauen lassen. Erst nach der Bezahlung eines pauschalen Gesamtpreises habe ich zu Hause entdeckt, dass einige gebrauchte Teile eingebaut wurden u.a. gebrauchte Tretkurbeln.
Zum damaligen Service der Fa. gehörte eine "Abschlussinspektion" kurz vor Ende der Garantie. Wenige Tage später und damit kurz nach Ende der Garantiezeit ist mir während der Fahrt das Tretlager auseinander gefallen. Diese Reparatur kann ich nicht selbst durchführen, weil dafür Spezialwerkzeug notwendig ist. Nachdem das Fahrrad einige Jahre kaputt im Keller stand, wollte ich den Schaden reparieren lassen. Der vereinbarte Reparaturtermin bei der Fa. Conrad bestand lediglich darin, dass ich das Fahrrad abgegeben habe. Am nächsten Tag habe ich eine Mail erhalten, dass der Werkstattauftrag abholbereit sei, Betrag: 0,00. Dort habe ich aber erfahren, dass der Betrag 0,00 € sich nicht etwa als Wiedergutmachung versteht, sondern dass das Tretlager nicht zu reparieren sei, da eine der Tretkurbeln defekt ist. Dieses wäre auch der Grund für das vorherige Auseinanderfallen des an sich intakten Tretlagers. Für die Reparatur wurde mir ein Kostenvoranschlag in Höhe von 17% des ursprünglichen Kaufpreises des Fahrrades erstellt. Dieses habe ich abgelehnt und verlangt, dass mir das Fahrrad sofort wieder in dem Zustand ausgehändigt wird, in dem ich es abgegeben habe, das Tretlager notdürftig zusammengeschraubt. Und welch Wunder: Plötzlich war das Tretlager repariert, ohne dass mir dafür Kosten in Rechnung gestellt wurden. (Nachtrag: Obwohl mir mehrfach versichert wurde, dass das Tretlager jetzt technisch in Ordnung sei, ist es bereits nach wenigen Tagen erneut auseinadergefallen.)
Aber: Gleichzeitig wurde eine neue Sollbruchstelle eingebaut. Der Fahrradsattel war hochgestellt worden. Beim Herunterstellen wurde der Sattel nur scheinbar festgeschraubt. Die vorher fest mit dem Rahmen verbundene Sattelklemme wurde gelöst und falsch aufgesteckt. Durch den losen Sattel bin ich noch auf dem Rückweg gestürzt.
Auch wurde ein anderes Hinterrad eingebaut, nachweisbar durch die noch vorhandenen technischen Beschreibungen der alten Gangschaltung. Vorher war meine Gangschaltung intakt und eingestellt. Die gegen meinen Willen und ohne mein Wissen jetzt eingebaute Gangschaltung ist defekt und lässt sich nicht einstellen. Einer meiner sehr gut erhaltenen, sauberen und teuren Marathon Plus Radmäntel wurde durch einen stark zerschlissen und verschmutzten Marathon Plus Radmantel ersetzt, erkennbar durch die unterschiedliche Art des Profils.


