Grenzwertig. Schlechtes überwiegt leider.
Meine Erfahrung mit dem Standort Bochum war leider sehr ernüchternd.
Organisatorisch wirkt vieles chaotisch. Ein neuer Dozent, der im Februar angefangen hat, schien innerhalb kürzester Zeit Aufgaben übernehmen zu müssen, die weit über seine eigentliche Lehrtätigkeit hinausgingen. Nach meinem Eindruck wurde ihm sehr viel Verantwortung übertragen, während die eigentliche Leitung nur selten vor Ort war. Die Situation endete schließlich damit, dass der Dozent im November wegen Burnout ausfiel. Das sagt eigentlich schon alles über die Arbeitsbelastung aus.
Die Präsenz der Führungsebene war insgesamt eher überschaubar. Von der obersten Leitung bekam man im Alltag kaum etwas mit – außer gelegentlich das E-Auto auf dem Parkplatz. Interessant wurde es dann im September, als eine Wallbox installiert wurde. Seitdem war das Auto plötzlich deutlich häufiger zu sehen, allerdings meist nur bis ungefähr Mittag. Dann war das Fahrzeug geladen – und der Parkplatz wieder leer. Jeder kann sich seinen Teil dazu denken.
Beim Unterricht selbst schwankt die Qualität extrem. Es gibt tatsächlich gute Dozenten, die ihren Stoff beherrschen und strukturiert vermitteln. Mit solchen Leuten ist man teilweise nach zwei Tagen mit einem Modul durch. Leider sind sie klar in der Minderheit.
Andere Dozenten wirkten dagegen teilweise so, als würden sie das Thema gerade selbst zum ersten Mal sehen. Ein Beispiel war ein angeblicher Word-Grundkurs: Der Dozent musste zunächst selbst nachlesen, wie man Text markiert und Schriftgröße oder Farbe ändert. Das wurde dann von einem Zettel abgelesen. Für einen Grundkurs mag das ironischerweise passen – nur erwartet man so etwas eigentlich nicht von der Person, die den Kurs leitet.
Auch die Zeitplanung ist teilweise schwer nachvollziehbar. Für wenige Seiten Material werden mehrere Stunden angesetzt, sodass viel Leerlauf entsteht. Wenn man einen kompetenten Dozenten hat, ist der Stoff schnell erledigt – danach sitzt man aber oft noch Tage im selben Modul, weil der Zeitplan einfach weiterläuft.
Fairerweise gibt es aber auch einen positiven Punkt: Die Homeoffice-Regelung wird relativ flexibel gehandhabt. Offiziell sind zwei Tage pro Woche vorgesehen, aber wenn man wichtige Dinge zu erledigen hat oder gerade viel zu tun ist, wird in der Regel auch akzeptiert, dass man länger im Homeoffice bleibt – solange man Bescheid sagt und transparent kommuniziert.
Fazit: Es gibt einzelne engagierte Dozenten, aber Organisation, Unterrichtsqualität und Struktur wirken insgesamt sehr uneinheitlich. Wer Glück hat, erwischt einen der guten Lehrkräfte. Wer Pech hat, sitzt mehrere Stunden da und fragt sich, ob der Dozent oder die Teilnehmer gerade mehr lernen. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass Inhalte sehr stark auf mögliche Prüfungsfragen zugeschnitten waren – gelegentlich sogar so, dass Fragen aus kommenden Klausuren sinngemäß bereits im Unterricht auftauchten.
31. Jänner 2026
Bewertung ohne vorherige Einladung