Kein gutes geeignetes System für…
Kein gutes geeignetes System für Klinikkommunikation und digitale Visite
Veraltet, überlastet, nicht geeignet für moderne Klinikkommunikation
Die Plattform Nexus / Curator ist nicht für die redaktionelle Pflege von Intranetmeldungen gemacht – und das zeigt sich im Klinikalltag sehr deutlich. Zwar bewirbt der Anbieter diese Funktion inzwischen aktiv, doch das System wirkt technisch überfordert, inhaltlich unausgereift und gestalterisch veraltet.
Redakteurinnen und Redakteure in meinem Team berichten und das ist auch meine Erfahrung, dass die Pflege von Meldungen kompliziert, unübersichtlich und fehleranfällig ist. Es gibt keine klaren Benutzerführungen, keine Erklärvideos und kaum Support. Eine betroffene Mitarbeiterin fasst es so zusammen:
„Das Einpflegen einer simplen Nachricht dauert gefühlt doppelt so lang wie nötig – und wenn man fertig ist, weiß man nie, ob sie wirklich korrekt ausgespielt wird.“
Genau das ist auch meine, unsere Erfahrung. Auch die Leserperspektive kommt nicht besser weg. Rückmeldungen aus Pflege, Technik und Verwaltung zeigen:
„Das System sieht aus wie aus den Nullerjahren. Man sucht ewig, findet kaum etwas und liest es auch nicht gern.“
Digitale Visite und Fieberkurve: kaum Akzeptanz
Besonders kritisch äußern sich Beschäftigte zum digitalen Visitenwagen und zur Patienten-Fieberkurve, zwei zentralen Funktionen der Nexus-Plattform.
Ein Stationsarzt bringt es auf den Punkt:
„Mit der Hand eintragen geht schneller. Der Visitenwagen hängt ständig oder ist gar nicht im WLAN.“
Und eine Pflegekraft berichtet:
„Die Fieberkurve lädt manchmal einfach nicht – dann steht man da, mitten auf der Runde. Und wenn sie lädt, dauert's ewig.“
Viele empfinden die digitalen Prozesse bei Nexus nicht als Erleichterung, sondern als Zeitfresser, die die tägliche Arbeit unnötig verkomplizieren.
Was Nexus, Curator und ntex verbindet
Curator ist ein Modul innerhalb des größeren Krankenhausinformationssystems (KIS) der Nexus AG. Es soll die redaktionelle Pflege von Inhalten wie Intranetmeldungen oder Wissensdatenbanken ermöglichen – basiert aber auf derselben technischen Grundlage wie die medizinischen Module. Und genau da liegt das Problem: Die Infrastruktur ist nicht für redaktionelle Kommunikation gemacht, sondern stammt aus einem völlig anderen Anwendungskontext.
Das angekündigte Nachfolgeprojekt ntex soll zwar moderner, schlanker und nutzerfreundlicher sein – doch viele Anwender fragen sich zurecht, ob ein Unternehmen, das die Grundfunktionen seiner aktuellen Plattform kaum stabil zum Laufen bringt, wirklich für den nächsten Digitalisierungsschritt bereit ist.
Zur Nexus AG
Die Nexus AG, mit Sitz in Donaueschingen, ist ein börsennotiertes Softwareunternehmen, das nach eigenen Angaben in über 500 Krankenhäusern in Deutschland vertreten ist. Ursprünglich stark im Bereich medizinischer Dokumentation, erweitert Nexus derzeit aggressiv sein Angebot – auch in Richtung Kommunikation, Intranet, Prozessdigitalisierung und Verwaltung.
Doch in vielen Häusern zeigt sich ein anderes Bild: Langsame Reaktionszeiten, unzureichender technischer Support und überforderte Updatestrategien führen dazu, dass sogar medizinische Kernfunktionen – wie die Fieberkurve – nicht zuverlässig funktionieren.
Fazit
Solange Nexus weder in der klinischen Anwendung zuverlässige Performance liefert, noch redaktionelle Kommunikation intuitiv abbildet, ist von einer Erweiterung der Plattform – etwa zur internen Kommunikation – dringend abzuraten.
Die Stimmen aus dem Klinikalltag sind eindeutig:
Die Digitalisierung darf keine zusätzliche Belastung sein. Aber genau das ist sie hier.
22. April 2025
Bewertung ohne vorherige Einladung